Peter sprach davon, dass wir mit den Füßen sitzen. Was meinte er damit?
Als er sich intensiver mit Bewegung beschäftigte, machte er eine interessante Beobachtung: Wenn wir gut sitzen, sitzen wir eigentlich nicht auf dem Gesäß – wir sitzen mit den Füßen. Über die Füße verändern wir unsere Haltung und wechseln ständig die Position.
In der klassischen 90-Grad-Sitzhaltung zwischen Unterschenkel, Oberschenkel und Oberkörper stehen die Füße fest auf dem Boden. In Wirklichkeit sitzt aber kaum jemand lange so. Menschen lehnen sich zurück und nutzen nur den oberen Teil der Rückenlehne – oder sie beugen sich nach vorne und nutzen die Lehne gar nicht. Eigentlich sitzen wir nur dann „korrekt“, wenn wir im Möbelhaus einen Stuhl ausprobieren. Weil wir gelernt haben, dass genau diese Haltung als richtig gilt.
Diese Idee spiegelt sich auch in sattelähnlichen Sitzpositionen wider, die teilweise vom Reiten inspiriert sind. Reiter waren vermutlich die ersten Menschen, die sehr lange sitzen mussten. Sie saßen im Gleichgewicht, mit offenem Hüftwinkel – und mit der Erfindung des Steigbügels kam die aktive Kontrolle über die Füße hinzu. Genau diese drei Elemente – Balance, offener Hüftwinkel und Fußkontakt – sind zentral für aktives Sitzen.